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Galapagos: Die Inseln

Die aus 30 Inseln bestehende Galápagos Inselgruppe liegt etwa 1.000 km westlich vor der Küste Ecuadors. Der Archipel, der vor etwa 5 Mio. Jahren aus Lava entstand, hat ein aussergewöhnliches Ökosystem entwickelt. Von Touristen dürfen nur bestimmte Inseln betreten werden. Während meiner einwöchigen Kreuzfahrt mit der MS Poseidon besuche ich San Cristóbal, Espanola, Santa Cruz, Rábida, James Bay und Sulivan Bay auf Santiago, Bartolomé, Seymor, Plaza Islands und Santafe.

Bartolomé
Die Insel Bartolomé ist 1,2 km² gross und liegt nahe der Ostküste von Santiago. Die Landschaft ist atemberaubend. Schwarze Lavafelder und graubraune Schlackenkegel kontrastieren mit grünen Vegetationsinseln und grellweissen Sandstränden. Das Wahrzeichen der Insel ist Pinnacle Rock, eine Felsnadel im Meer.
Pflanzen: Tiquila, Chamaesyce, Lavakakteen, Baumopuntien, Scalesia stewartii, Weisse Mangroven, Rote Mangroven, Salzbüsche, Maytenus octogona, Scutia pauciflora-Sträucher, Sesuvien, Strandwinden.
Tiere: Rote Klippenkrabben, Meerechsen. Galápagos-Pinguin, Lavaechsen, Galápagos-Schlangen, verschiedene Küstenvögel, Moskitos, Grüne Meeresschildkröten, Weissspitzen-Hundshaie, Seeanemonen, Bleistiftseeigel, Grüne Seeigel, Steinkorallen, Schwämme, Manteltiere, Kalkalgen, Muränen, Riffbarsche, Galápagos-Kaiserfisch, Papageifische, Halfterfisch, Kugelfisch.

Espanola
Espanola ist eine flache, felsige Insel von 60 qkm Grösse. Beim sog. Blasloch brandet das Meerwasser in eine Felsspalte, die sich in Meeresspiegelhöhe befindet. Dort ist es dann gefangen und kann nur nach oben ausweichen, so dass bis zu 30 m hohe Fontänen entstehen. Die Meerechsen auf Espanola sind auffallend rot und grün gefärbt - diese Art ist endemisch - sie kommt nur auf dieser einen Insel vor. Eine weitere Attraktion Espanolas ist die grosse Brutkolonie der Galápagos-Albatrosse. Fast die gesamte Weltpopulation dieser Vögel mit etwa 12 000 Paaren brütet hier. Durch die Bemühungen der Charles-Darwin-Forschungsstation konnte die Española-Unterart der Galápagos-Riesenschildkröte vor dem Aussterben bewahrt werden.
Pflanzen: Grabowskien, Peruanische Melden, Mezquite-Sträucher, Kleiner Bocksdorn, Salzbüsche, Cacabus miersii, Galápagos-Sesuvien, Sporobolus virginicus.
Tiere: Galápagos-Seelöwen, Hood-Spottdrosseln, Meerechsen, Lavaechsen, Maskentölpel, Galápagos-Albatrosse, Galápagos-Tauben, Galápagos-Bussard, Blaufusstölpel, Rotschnabel-Tropikvögel, Galápagos-Riesenschildkröten, Darwinfinken, Rote Klippenkrabben.

Plaza
Plaza ist nur 13 ha gross und liegt vor der Ostküste von Santa Cruz. Trotz ihrer Kleinheit beherbergt diese Insel eine erstaunliche Fülle an Pflanzen und Tieren. Charakteristisch sind die Galápagos-Sesuvien, die in der Regenzeit die Insel mit einem grünen Teppich überziehen, der dann während der Trockenzeit zu einem tiefen Rot wechselt.
Pflanzen: Galápagos-Sesuvien, Baumopuntien, Galápagos-Portulak.
Tiere: Landleguane, Galápagos-Seelöwen, Goldwaldsänger, Gabelschwanzmöwen, Sturmtaucher, Rotschnabel-Tropikvögel, Grüne Meeresschildkröten, Haie, Gestreifte Meeräsche, Madeira-Wellenläufer, Braune Pelikane, Prachtfregattvögel, Blaufusstölpel, Maskentölpel, Meerechsen.

Rábida
Einige Kilometer südlich von Santiago liegt diese 5 qkm grosse Insel. Hier befindet sich die grösste Vielfalt an Lavatypen, die durch ihren hohen Anteil von Eisenoxyd vorwiegend rot sind; auch der Strand von Rábida ist rot gefärbt. Hinter den Küstendünen im Norden liegt eine idyllische Salzwasserlagune. Die Vegetation dieser Insel war stark geschädigt durch Überweidung von eingeführten Ziegen. Nach deren Ausrottung erholt sich die Vegetation inzwischen wieder.
Pflanzen: Balsambäume, Croton scouleri-Sträucher, Schwarze Mangroven, Maytenus octogona-Sträucher, Salzbüsche.
Tiere: Braune Pelikane, Galápagos-Seelöwen, Noddys, Blaufusstölpel, Bahama-Enten, Sandregenpfeifer, Stelzenläufer, Flamingos, Geisterkrabben, Darwinfinken.

San Cristóbal
Die 558 qkm grosse Insel San Cristóbal gehört neben Santa Cruz zu den vegetationsreichsten Inseln des Archipels. Ihre Vulkane sind längst erloschen und die verwitterte Lava hat die Bildung fruchtbaren Bodens sehr begünstigt. Ursprünglich verfügte San Cristóbal über reichliches Süsswasservorkommen, der Wasserhaushalt der Insel wurde jedoch durch die Kolonisierung des Menschen und der intensiven Bewirtschaftung des Bodens stark beeinträchtigt. Die typische Feuchtvegetation wurde zerstört oder auf wenige Gebiete zurückgedrängt. Es entstanden Monokulturen aus eingeführter und sich schnell ausbreitender Guave, die wenig Wasser kondensiert, so dass viele Quellen versiegten. Intensive Wiederaufforstungsprojekte sollen dazu beitragen, den ursprünglichen Zustand der Feuchtgebiete wieder herzustellen.
Die grösste Siedlung auf San Cristóbal ist Puerto Baquerizo Moreno mit dem grössten Fischereihafen von Galápagos. Der 1988 eröffnete Flughafen trug dazu bei, dass die bis dahin nur von wenigen Touristen besuchte Insel zum zweitgrössten Touristenzentrum wurde, mit Hotels, Restaurants, Souveniergeschäften und einem kleinen Museum.
Pflanzen: Miconia robinsoniana, Galápagos-Baumfarne, Scalesia pedunculata, Galápagos-Tillandsie, Eleocharis mutata, Baumopuntien, Scalesia divisa, Salzbüsche, Rote und Schwarze Mangroven, Guaven.
Tiere: Galápagos-Riesenschildkröten, Monarch-Schmetterlinge, Darwinfinken Galápagos-Seelöwen, Fregattvögel, Blaufusstölpel, Silberreiher, Regenbrachvögel, Bahama-Enten, Teichhühner, Einsiedlerkrebse.

Santa Cruz
Mit einer Fläche von 986 qkm ist Santa Cruz die zweitgrösste der Galápagosinseln. Puerto Ayora ist mit 9.000 Einwohnern das touristische Zentrum. Neben zahlreichen Hotels, Restaurants und Souvenierläden befindet sich hier auch die Charles - Darwin - Forschungsstation und die Nationalparkverwaltung. Die Forschungstation arbeitet seit 1964 mit Wissenschaftlern aus aller Welt daran, die Ursprünglichkeit der Inseln zu erhalten und Schäden soweit wie möglich wieder gut zu machen.
Pflanzen: Scalesien, Miconia robinsoniana-Busch, Mangroven, Caesalpinia bonduc-Büsche, Chinarindenbäume, Bärlappgewächse, Moose, Galápagos-Baumfarn, Orchideen, Strandwinden.
Tiere: Darwinfinken, Rubintyrann, Galápagos-Tyrannen, Regenkuckuck, Sumpfohreulen, Galápagos-Rallen, Galápagos-Riesenschildkröte, Flamingos, Bahama-Enten, Stelzenläufer, Goldwaldsänger, Lavareiher, Silberreiher, Kanadareiher, Braunpelikane, Blaufusstölpel, Grüne Meeresschildkröten, Goldene Rochen, Adlerrochen, Weissspitzen-Hundshaie.

Santa Fe
Die 24 qkm grosse Insel Santa Fe besteht aus einem gehobenen Lavaplateu, das in mehreren Stufen bis auf 259 m ansteigt. Auch Santa Fees Vegetation erlitt starke Schäden durch die eingeführten Ziegen, die jedoch durch die Nationalparkbehörde 1971 ausgerottet wurden. Die Besonderheiten dieser Insel sind die aussergewöhnlich hohen Baumopuntien und eine Unterart der Landleguane, die nur auf dieser Insel vorkommen. Sie unterscheiden sich von ihren Artgenossen der anderen Inseln durch einen stärker ausgebildeten Rückenkamm und eine ausgeprägtere Gelbfärbung.
Pflanzen: Baumopuntien, Balsambäume, Maytenus octogona, Gelbe Cordien, Galápagos-Wandelröschen, Scalesia helleri, Croton scouleri-Sträucher.
Tiere: Galápagos-Seelöwen, Galápagos-Reisratte, Santa-Fe-Landleguane, Galápagos-Schlangen, Galápagos-Spottdrosseln, Galápagos-Bussarde, Goldwaldsänger, Darwinfinken, Galápagos-Tauben, Weissspitzen-Hundshaie, Adlerrochen.

Santiago
Santiago ist eine klassische Vulkaninsel mit Lava die gerade 100 Jahre alt ist. Santiago, auch San Salvador genannt, ist mit 585 qkm die viertgrösste Insel. Der 907 m hohe Vulkan Cerro Cowan im Nordwesten ist schon lange nicht mehr aktiv. Um die Sullivan Bay findet man eine urtümliche Vulkanlandschaft aus schwarzem Basalt aus jüngerer Zeit und rötlichen Schlackekegeln älteren Datums. Eingeführte Haustiere wie Esel, Ziegen und Schweine richteten auch auf Santiago grossen Schaden an. Ziegen und Schweine wurden inzwischen zum Abschuss freigegeben, manche Gebiete wurden eingezäunt, um weiteren Schaden zu verhindern.
Pflanzen: Castela galapageia, Scutia pauciflora, Balsambäume, Gräser, Lavakakteen, Mollugo, Mangroven, Salzbüsche.
Tiere: Flamingos, Galápagos-Tauben, Gaöaüagps-Spottdrossel, Galápagos-Tyrannen, Arten Darwin-Finken, Galápagos-Bussard, Rubintyrannen, Lavareiher, Krabbenreiher, Rote Klippenkrabben, Braunmantel-Austernfischer, Steinwälzer, Wanderwasserläufer, Meerechsen, Galápagos-Seelöwen, Galápagos-Seebären, Lavaechsen, Geisterkrabben, Seepocken, Einsiedlerkrebse, Grüne Seeigel, Bleistiftseeigel, Grüne Meeresschildkröten, Grosse Tümmler, Galápagos-Winkerkrabbe, Braunpelikane, Blaufusstölpel, Heuschrecken, Skorpione.

Seymor
Die 1,9 qkm Insel Seymour ist sehr flach und entstand durch Hebung des Meerbodens über den Wasserspiegel. Die Vegetation bilden Opuntien und Palo Santo Bäume, die während der Trockenzeit blassgrau sind und keine Blätter tragen. Eine besondere Attraktion dieser Insel sind die grossen Nistkolonien von Prachtfregattvögeln und Blaufusstölpeln.
Pflanzen: Galápagos-Balsambäume, Parkinsonien, Galápagos-Feigenkaktus, Maytenus octogona-Sträucher, Salzbüsche, Gelbe Cordien.
Tiere: Prachtfregattvögel, Blaufusstölpel, Galápagos-Seelöwen, Gabelschwanzmöwen, Meerechsen, Galápagos-Schlangen, Lavaechsen, Landleguane, Darwinfinken.